Mozartissimo
Wolfgang Amadeus Mozart
Novak Trio
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Wind Trios

Supraphon 1995
Bläsertrios J Haydn, J Triebensee, J. N. Vent, L. van Beethoven, A. Vranicky Supraphon 1995


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J. Triebensee - Allegro

J.N. Vent - Adagio

L. van Beethoven - Menuetto ...

A. Vranicky - Rondo

   

Die CD bringt eine Auswahl von Bläsertrios aus dem Musikarchiv des Schwarzenbergschen Schlosses in Cesky Krumlov. Die Musiker des Novak Trios richteten diese Werke für ihre instrumentale Besetzung ein. Durch die veränderte Instrumentierung erhielten die alten Kompositionen sogar eine erhöhte Klangfarbigkeit.

Joseph Haydn (1732 Rohrau -1809 Wien) war viele Jahrzent seines Lebens als Hofkapellmeister bei Fürst Esterhazy tätig. Zu seinen verträglich festgesetzten Pflichten gehörte die Aufgabe, den Gang der Schloßkapelle zu leiten, für die einheitliche und saubere Kleidung der Musiker Sorge zu tragen, Opernaufführungen vom Cembalo aus zu dirigieren, das musikalische Abendprogramm vorzubereiten und je nach Bedarf neue Stücke für verschiedene instrumentale Besetzungen zu komponieren. An den Schloßabenden nahmen adelige Gäste teil, die oft ihre Instrumente mitbrachten und denen es Vergnügen machte, zusammen etwas Neues zu musizieren. Auch das Divertimento G-Dur für Violine, Viola und Violoncello, eines von den unzähligen Trios, die dieser begabte, fleißige und bescheidene Künstler komponiert hat, entstand als Geschenk für diese musikliebende Abendgesellschaft.

Joseph Triebensee (1760 Wien -1846 Prag) machte sich in seiner Zeit als gewandter Oboist, vortrefflicher Kapellmeister und routinierter Komponist einen Namen. Als Kapellmeister des Prager Ständetheaters war er Nachfolger Carl Maria v. Webers und vertrat diese Funktion über 19 Jahre hinweg. Wie aus den überkommenen Abschriften ersichtlich ist, wurde Triebensees Trio in F zur Zeit seiner Entstehung in unterschiedlichen instrumentalen Formationen gespielt.

Jan Vent (1743 Divice bei Louny - 1801 Wien) älterer Kollege und Schwiegervater Triebensees, war als Oboist in der Kapelle des Grafen Jan Joseph Pachta in Prag und später in der kaiserlichen Kapelle in Wien tätig. Sein Trio in B gehört der Reihe seiner Trios für zwei Oboen und Englischhorn an, die im Schwarzenbergschen Archiv aufbewahrt sind. Diese mit frischer Inventionskraft komponierten Stücke lassen Vents perfekte Beherrschung des Oboenspiels erkennen. Großer Beliebtheit erfreuten sich auch seine Bearbeitungen Mozartscher Opern für Bläserharmonie. Die Notenschriften seiner Werke befinden sich in verschiedenen Archiven, u. a. in Citoliby und im Archiv des Prager Ständetheaters.

Das Trio in C, opus 87. von Ludwig van Beethoven (1770 Bonn -1827 Wien) aus dem Jahre 1795 war für zwei Oboen und Englischhorn geschrieben. Es kam schon vor Jahren im Druck heraus und ist in unterschiedlichen instrumentalen Besetzungen ziemlich oft auf Konzertpodien zu hören. Wir nahmen es in unsere Auswahl auf, weil das in Schwarzenbergschen Archiv aufbewahrte Material von der Beliebtheit dieses Werkes bei der dortigen adeligen Gesellschaft zeugt.

Antonin Vranicky (1761 Nova Rise -1820 Wien) studierte bei Haydn und Mozart in Wien, wirkte dann als Hofgeiger und Kapellmeister bei Fürst Lobkowitz in Roudnice a. d. Elbe und später in Wien. Seine Werke wurden in Augsburg, Offenbach und Wien gedruckt, viele sind in Lobkowitzer Archiv in Roudnice aufbewahrt. Das Trio in C ist für seine Zeit ungewöhnlich ausgedehnt, bringt auch einige damals sehr kühne harmonische Elemente und nimmt somit, ähnlich wie die gleichartigen Kompositionen Beethovens, den Antritt des neuen romantischen Stils vorweg. Das Schwarzenbergsche Archiv in Cesky Krumlov enthält nur wenige Werke von Antonin Vranicky und die Tatsache, daß sein Trio in C bisher noch nicht entdeckt worden war und daher auch noch nicht auf dem Konzertpodium erklang, ist den Umstand zurückzuführen, daß sein Notenmaterial in einem sechs Trios enthaltenden Heft mit der Aufschrift "Verschiedenes" verborgen war.