PerformanceMozartissimo
Wolfgang Amadeus Mozart
Novak Trio
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Wind Trios

Supraphon 1993
Bläsertrios Novak Trio Mozart, Dusek, Druzecky, Kramar-Krommer


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W.A.Mozart - Allegro

F. Devienne - Allegro Moderato

J. Druzecky - Allegretto

F. Kramar - Romanza


   

Der musikalische Klassizismus brachte eine Menge Blasmusik für unterschiedliche Besetzung mit sich. Bläsertrios wurden meistens für Rohrblattinstrumente komponiert. Am häufigsten kommt anfangs die Besetzung mit zwei Oboen und Fagott vor, später mit zwei Klarinetten und Fagott. Einige Trios sind mit Instrumenten des gleichen Typs besetzt, z.B. mit zwei Oboen und Englischhorn oder mit drei Bassetthörnern. Im 20. Jahrhundert stabilisierte sich die Besetzung Oboe, Klarinette und Fagott. Das erste ständige Ensemble, welches die Entstehung einer größeren Anzahl von Kompositionen angeregt hat, war das Trio d´anches de Paris. Es wurde im Jahre 1927 von Professor Fernand Oubradous gegründet, der für sein Trio Kompositionen früherer Epochen arrangierte. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begannen auch in den tschechischen Ländern ständige Bläsertrios zu entstehen. Das Novak Trio wurde 1978 auf dem Boden der Tschechischen Akademie der musischen Künste gegründet. Den Namen hat es nach seinem künstlerischen Berater, dem weltberühmten Flötisten Géza Novák. Es interpretiert Musik verschiedener Stilepochen. Durch die Bearbeitung klassicher Werke für Oboe, Klarinette und Fagott trägt das Novak Trio zur Bereicherung des Repertoires für diese Besetzung bei.

Die fünf Divertimentos von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 Salzburg - 1791 Wien) KV 439b sind für drei Blasinstrumente bestimmt. Nach den ältesten Druckausgaben und nach einer kürzlich gefundenen Stimmenabschrift scheinen sie eine Sammlung einzelner Kompositionen oder Sätze gewesen zu sein, da sie durchlaufend nummiert sind. Die Zusammenstellung zu fünfsätzigen Divertimentos wurde wahrscheinlich erst nachträglich von Herausgebern oder Interpreten durchgeführt. Das Divertimento Nr.2 hat einen ungewöhnlich kurzen ersten Satz in verkleinerter Sonatenform. Das Larghetto mit seinen chromatischen Fortgängen kann seine Verwandtschaft mit der Musik aus Figaros Hochzeit nicht leugnen. Das ausgedehnte Rondo darf mit den Rondos der bedeutendsten Mozartschen Streichquartette verglichen werden.

Frantisek Xaver Dusek (1731 Choteborky - 1791 Wien), ein Freund Mozarts, Begründer der tschechischen Klavierschule, schreib einige Dutzend Werke für Blasinstrumente. Aus dem Jahre 1763 stammen seine 6 Parthien für zwei Oboen und Fagott. Die Form ist kurzgefaßt, die Stilisierung einfach, der klassische Stil ist mit Elementen des tschechischen Volksliedes verbunden.

Francois Devienne (1759 Joinville - 1803 Paris) manchmal auch Divienne, de Vienne, Venne, Vienne le Jeune geschrieben, war erste Fagottist an der Pariser Oper, spielte auch Flöte und stand von 1780 an als Kammermusikus im Dienste des Kardinals Rohan. Sein Trio D-dur ist kammermusikalisch günstig stilisiert, alle drei Instrumente sind sowohl in der thematischen Arbeit, als auch in virtuoser Hinsicht gleichmäßig ausgenützt.

Jiri Druzecky (1745 Jemniky - 1803 Paris) Militärkapellmeister und Tympanist, wirkte unter anderem in Linz, Bratislava und Budapest, wo er im Jahre 1813 zum Musikdirektor des ungarischen Statthalters ernannt wurde. Er studierte auch bei dem bekannten italienischen Oboisten Antonio Besozzi. Družecký´s großes Divertimento für drei Bassetthörner hat 32 durchlaufend nummierte Sätze. Es wurde offenbar eine freie Auswahl je nach Bedarf vorausgesetzt. Die einzelnen Nummern haben verschiedenen Umfang, eine unterschiedliche technische Schwierigkeitsstufe, ebenso wie eine unterschiedliche Ausdrucks- und Genrerichtung.

Frantisek Vincenc Kramar-Krommer (1759 Kamenice u Trebice - 1831 Wien) wirkte zunächst in Ungarn und stand von 1815 an im Dienst des kaiserlichen Hofes in Wien. Das Trio F-Dur mit einer Reihe eigenständiger Wendungen in Harmonie und Form ist für Kramáøs spätklassischen Stil charakteristisch. So wie es manchmal bei Beethoven vorkommt, ist der erste Satz dieses Trios ohne melodisches Element und sein Rhythmus geht durch den ganzen Satz. Die Romanze arbeitet mit chromatischen Fortgängen in der Melodie und mit freien Imitationen. Der Beginn des Menuetts in Oktaven-Unisono erweckt gleichsam den Eindruck eines großen Ensembles. Das Rondo ist frisch und beweist Kramáøs Sinn für die tschechische Tanzmelodik.